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08.04.2007

(8.4.2007)
…und hier geht’s weiter:

Ich habe mir heute am Ostermontag 2 “Träume” erfüllt, einer davon war ein Jugendtraum…

Nach tagelanger mühevoller Ausarbeitung einer für mich zumindest MEGA-Tour mit der Software meines Rechenknechtes Zümo über 180 km um Wasserburg am Inn herum, war es so weit.

Vorschriftsmäßiges FahrenWir (Margot und ich) starteten also gegen 10 Uhr von Zuhause aus Richtung Ebersberg und trafen gleich zu Beginn auf einen Traktor-Maibaumtransport, hinter dem sich schon eine mehrere hundert Meter lange Autoschlange gebildet hatte.
Für was fährt man denn Motorrad, dachten wir uns, und begannen die Schlange von hinten her aufzurollen. Wie das Leben aber so spielt, mussten wir uns kurz vor Erreichen des Traktors doch noch in die Schlange einreihen und trafen dabei auf einen Sardinenbüchsenfahrer mit einem A-Klasse Benz, der damit gar nicht einverstanden war. Dieser Typ meinte partout, er könne dies nicht tolerieren und führte sich auf wie Schumi kurz vor der Titelverteidigung. Lange Rede, kurzer Sinn, irgendwie hatte er dann doch keine Chance und nach einer kurzen Machtprobe und Zwischengas unsererseits war dieses Problemchen dann doch ziemlich schnell erledigt und es konnte weitergehen. Ganz sauber war die Sache aber nicht!

Nach dem Mittagessen in der Klosterwirtschaft in Au am Inn ging es Richtung Rott am Inn zur letzten Ruhestätte meines “Jugend-Idols” Franz Joseph (nein, nicht der Kaiser von Ösiland…), die ich schon seit Jahren mal besichtigen wollte. Vor lauter Schauen auf meinen Zümo und meiner Begeisterung als Guide vorneweg fahren zu dürfen, wäre ich beinahe daran vorbei gebrettert, aber im letzten Moment bekam ich doch noch mit, daß ich schon vor der Klosterkirche von Rott stand. Unsere Motos geparkt, Ricci aus seinem Käfig und von seiner Rennbrille befreit, Margot ihre Nach dem Fußtritt in den VorderreifenKamera gezückt, stellte ich mich schon auf eine mittellange Warteschlange vor der Gruft unseres ehemaligen Landesvaters ein…

ABER, was musste ich feststellen: weder eine Warteschlange vor dem heiligen Gral, noch irgendwelche zähnefletschenden Wachhunde vor dem selbigen, nichts dergleichen aber auch gar nichts, – ausser gähnender Leere – , nichts. Was für eine Entäuschung!!!

Nun gut, ein kurzer Blick auf die Hütte geschmissen und Überlegungen meinerseits angestellt, wie zum Teufel haben die damals die Kiste mit seinen sterblichen Überresten in dieses Häuschen reingebracht…geht doch eigentlich gar nicht… so ums Eck ??!!

Als ich meine erste Entäuschung überwunden hatte, fasste ich wieder etwas Entschlossenheit zu noch mehr Kulturaufnahme und wir entschieden uns kurzfristig für einen Besuch der Pfarrkirche.
Nichtsahnend machten wir uns mit Riccj an der Leine daran, in die Kirche einzutreten. Kaum 10 m eingedrungen zischte uns ein äusserst unfreundliches R A U S hier mitsamt dem Hund, aber sofort, sonst mach ich von meinem Hausrecht Gebrauch !!!” entgegen.
Wir hatten gar nicht die Zeit umzudrehen, sofort sahen wir uns einem (von mir eigentlich schon am heiligen Gral erwarteten) zähnefletschenden Aufsichtsbeamten (ca. 70 Jahre) gegenüber, der diesen angewiderten, herrischen Ton angeschlagen hatte.
Die nun folgende gepflegte Konversation versuche ich mal in direkter Rede darzustellen:Maßnehmen

Wachhund: “Raus, aber sofort!!!”
Margot (noch verdutzt): “Ääääh, wir hatten schon befürchtet, daß Hunde vielleicht nicht erwünscht sind…”
Wachhund: “In Kirchen und in Museen dürfen Hunde nicht rein…, Wenn Sie nicht sofort die Kirche verlassen…, dann mach ich von meinem Hausrecht Gebrauch !!!”
Margot (jetzt schon leicht angesäuert): “Guter Mann, das kann man doch auch freundlicher sagen !!?? Was soll das…”
Wachhund: “Jetzt aber sofort raus mit Euch !!!”
Dabei suchte er Körperkontakt und wollte uns beide bzw. drei aus der Kirche schieben. Wer mich kennt, der weiss, dass ich eine ziemlich hohe Reizschwelle habe, aber das ging dann doch zu weit…
Ich: “Hey was soll das? Sie könnten hier am heiligen Ort aber eine andere Tonart anschlagen, oder ??!!”
Wachhund (fiel jetzt endgültig in bayerischen Dialekt): “I sogt da glei. was a andere Tonart is…RAUS hier!!!”
Margot hatte inzwischen ihre Kamera angesetzt und begann den Wachhund zu fotografieren und ich bedauerte zutiefst meine Videokamera nicht dabei zu haben.
Ich:Ich wüsste, dass wir “per Du” sind!”
Wachhund: “I wisst ned, dass ma scho zamm Sau g’hütt hamm!”
In diesem Moment stand ich Auge in Auge ihm gegenüber und zischte ihn an: “Wennst Deine Finger net glei vo meiner Frau lasst, dann rupfi i dir dei Krawattn aus deim Krogn!”Unvorbereitet
Margot (ihre Profikamera im Anschlag): “Ah, das ist ja was für die Presse. Die Öffentlichkeit ist bestimmt interessiert daran, zu erfahren, wie man hier als Besucher mit Hund behandelt wird!” Meine Drohung und die Kamera von Margot schienen für einen Moment einen gewissen Eindruck auf ihn zu machen, sodass er etwas zurückwich, um aber gleich wieder entschlossen auf Margot zuzustürzen und ihr die Kamera runterzudrücken.
Ich stellte mich ihm entgegen und raunzte ihn an: “Bist anscheinend ein tiefbraunes Überbleibsel aus den guten alten Zeiten…??!!”
Wachhund: “Und Ihr seids anscheinend oide 68 iger, wos?!”
Dermassen verdächtigt, hielt ich für einen Moment inne und begann für mich nachzurechnen… 68 iger… Kann nicht sein… Bin doch 1958 geboren… Da war ich doch erst 10 Jahre alt… Wie kommt denn der auf so einen Scheiss! Grübel… Hmm! Grübel… Na klar!!! Unsere Motorradklamotten sind es… Wir brauchen uns nicht zu wundern, besuchen eine heilige bayerische Kirche in voller Motorradmontur zusammen mit einem kleinen schwarzen unerwünschten Hund… Kein Wunder, dass so ein verkappter Nazischädel auf solche Ideen kommt…!!! Inzwischen hatte uns der Wachhund immerhin schon ans Eingangsportal seines Aufsichtsbereiches zurückgedrängt und da standen wir nun, Margot, Ricci, meine Wenigkeit und beobachteten wie er nervös sein Handy hervorgenestelt hatte und zu tippen begann… Aber irgendwie waren es zu viele Nummern für einen Anruf bei der Polizei…
Zum Anfassen… nahIch: “Wen ruafst denn jeza o? De Polizei oder wos??!!”
Meinen Blick nach unten auf Riccie gerichtet sagte ich zu diesem: “Ricci, des war jetzad wos, wennst jeza mittn im Eingang do hibrunzen datst, dann hätt da Herr Obaaufseher wenigstens wos richtig zum Aufregn !!!”
Daraufhin der Wachhund schon etwas resignierend: “Mei seids es bleed… Sowos vo bleed…”
Irr - SinnUm den Heini vor einem Herzinfarkt zu bewahren, er hatte schon einen irren Blick in den Augen, liessen wir es gut sein und trollten uns von dannen…
Ich möchte aber betonen, daß die ganze Unterhaltung schon aus Ehrfurcht vor dem heiligen Ort von unserer Seite aus nur im Flüsterton geführt worden war. Wir haben also auf keinen Fall das Klischee zweier Alt-68iger, laut diskutierend und revoluzernd durch eine oberbayerische Kirche ziehend, erfüllt, auch wenn der vor Ordnungssucht geifernde Hilfsscheriff uns sicher dafür gehalten hat!!!
Irgendwie hatte die ganze Sache aber doch einen gewissen Unterhaltungswert… Fast wie Kabaret! Na ja, wohl mehr für mich… Margot hatte zuerst etwas daran zu kauen… Aber nach gutem Zureden konnte auch sie einige Zeit darauf schon wieder über den Trottel lachen… und Ricci freute sich sowieso über unseren Ausflug zum “heiligen Graal”…er konnte ja wieder Motorradfahren.

So habe ich mir heute 2 “Träume” erfüllt:

  • Erste von mir, ja gut, von Zümo geführte längere Tagestour (fast nur) über Nebenstrassen und
  • endlich Franz Joseph besucht…

Was kann jetzt noch kommen?? Lasst kaiserliche Worte an einem kaiserlichen Ort erklingen: “Schaun mer mal, dann segn mas scho…”

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