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Blick in die Vergangenheit

Irgendwie brauche ich immer länger für manche Sachen als andere: Die praktische Anwendung geht aber meistens vor der theoretischen Überlegung. Und dann, wenn der Moment da ist, trifft es mich wie ein Blitz und ich habe den Eindruck, ich hätte Amerika entdeckt! Während meine Kinder bereits mit Facebook, Lokalisten, StudiVZ oder Ähnliches vernetzt sind, wühle ich noch in Bildern aus vergangenen Zeiten, noch nichts ahnend der Möglichkeiten von Internet!

1966 - Schule - Cours préparatoire-2.jpg

Ich bin seit 1979 weg von dem Küstenstreifen, der mich die ersten 19 Jahre meines Lebens beheimatet hat. Da ich in Ventimiglia gelebt habe, nach Frankreich, in Menton in die Schule gegangen bin, habe ich nie, was man einen Freundeskreis nennt, geschweige denn zu einer Klicke gehört, gehabt. Durch die Ganztagsschule, die anschließenden Hausaufgaben am Abend, die ausländische Adresse (es waren wohl nur 15 km, die Haus und Schule getrennt haben – Die Mobilität in den 70ern war nicht so ausgeprägt wie heute, einen Ausweis haben die wenigen gehabt!), ist wenig  bis gar keine Zeit für Kontaktpflege geblieben. Wenn heute jeder 10-Jährige mit S-/U-Bahn mit Erlaubnis seiner Eltern fahren kann, war es damals eine Sensation und ein Akt, wenn man in das 15-km weit entfernte Ausland durch Zoll- und Passkontrolle gefahren ist. Hinzu kommt, dass ich extrem schüchtern war!

In den letzten 25 Jahren habe ich mir nur selten die Frage gestellt, was ist aus dem oder anderem geworden. Ich habe nur vor 19 Jahren, als Sandra 6 Monate alt war, zufällig in den Strassen von Menton eine ehemalige Schulfreundin getroffen, die den Drogen verfallen war. Stephan, kaum 3 Jahre alt, hat sogar 2 Bilder von uns gemacht! Wenn der Zufall es nicht erlaubt, wie fängt man an mit der Recherche?

 Letzte Woche habe ich nun die letzten Bilder gescannt, die meiner Schulklassen, die ich noch in meinem Schrank gefunden habe. Sie waren wohl alle eingerahmt, aber wem hätten sie an einer Wand genützt? Vom Kindergarten bis zum Abitur fand ich sie alle wieder, bis auf eines, von dem ich nicht mehr weiß, ob es überhaupt jemals gegeben hat. Während ich die Bilder gescannt habe, habe ich angefangen, in google.fr nach den wenigen Namen zu suchen, die auf der Rückseite der Bilder als Unterschriften standen  (meistens unleserlich oder unvollständig!) bzw. die ich auf dem ganz vergilbten Zeitungsartikel vom 28. Juli 1978 gefunden habe, der die erfolgreichen Abiturienten der Académie de Nice auflistet.

Copainsdavant.jpg
Ich musste feststellen, dass ich mich an kaum etwas meiner Schuljahre. Ist das normal?
Interessant war es, dass ich nicht die Namen meines Abiturjahres im Kopf hatte, sondern die vom Jahrgang 74-75! Stéphane Donche, meine erste platonische Liebe, zu der ich mich nie aus Gründen der Schüchternheit bekannt hätte (Er sieht aber so aus wie Christian, ist genauso wortkarg wie er: ein richtiger “Büffe”, halt! Das hat mich gewaltig geprägt!)  habe ich in San Diego übers Internet gefunden: Er ist Graphiker geworden, hat eine eigene Agentur, “I am living the american dream since 30 years!”, hat Verwandte in München und in Inning, weil seine Mutter wie meine Deutsche war, kennt Andechs, kommt alle 3 Jahre nach Deutschland. Wir werden uns dieses Jahr treffen!
Angespornt habe ich weiter gesucht. Diesmal auch über Portale wie LinkedIn, Facebook, Le Journal du Net und letztendlich Copainsdavant, wo ich die meisten gefunden habe. Gerade als ich diese Zeile schreibe, hat sich eine andere ehemalige Schülerin gemeldet, die Auskünfte geben kann, ja, aus dem Jahrgang 74-75 gemeldet. Sehr gerührt beim Lesen der Namen, derjenigen mit der sie in Kontatkt steht (darunter auch meine beste Freundin, die mich “verraten” hat, – eine schmerzhafte Geschichte – mit der ich mich aber niiiie ausgesprochen habe)  bin ich überzeugt, dass es so etwas wie ein Klassentreffen geben wird.
Mir ist die Reise wert. Jetzt schon finde ich es aufregend zu einem Klassentreffen 800 km zu fahren!

Karin, Du wirst uns bald wieder sehen!

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Kommentare

Kommentar von Karin
Datum 31. Januar 2009 um 16:02

na mir soll’s recht sein

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