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Es hat sein müssen…

… dass wir soweit gefahren sind, bis wir die Gelegenheit hatten, unsere Regenklamotten zu testen.

Aber erstmal von vorne! Eigentlich hätten wir in die Dolos fahren sollen: Die 5-Tage-Vorhersage kündigte Sonnentage am Wochenende für die Dolos. Am Dienstag waren es immer noch 3 Sonnen für Morgen, Mittag und Abend. Voller Euphorie habe ich meine Stuttgart-Termine auf nächste Woche verlegt! Und dann nicht mehr die Wettervorhersage nachgeschaut. Erst am Donnerstag, als wir uns mit meinen italienischen Kollegen in Corvara treffen wollten, kam das Entsetzen auf: bewölkt am Vormittag, bewölkt Mittag und Gewitter am Abend. Im Veneto sah die Situation noch schlimmer aus. Richtung Verona war auch nicht zu holen. Richtung Lombardei sah die Wetterlage schon wesentlich besser aus. Enttäuschung bei Kobi, der die langersehnte Dolo-Tour in erreichbarer Nähe gesehen hatte.
Es hat sich herausgestellt, dass es gut war, nicht gefahren zu sein, denn die Wetterlage sah wirklich am heutigen Tage richtig schlimm aus. Sandra in Trento konnte das bestätigen.

Also sind wir heute nach Westen gefahren: Richtung Ulm. Ich habe mir gedacht, wir schauen uns das Ulmer Münster an.
Um 8.30 Uhr waren alle da. Bevor es aber losging, wurden an Peter´s neuen blauen LED-Leuchten die Schrauben mit Sicherungslack befestigt.
Zümo führte uns durch die, Gott sei Dank, einigermaßen leere Stadt bis nach Gauting. Dann kam eine langweilige Strecke bis nach Schwabmünchen, bei der die einzigen Highlights die Kreisverkehre waren und somit die einzige Möglichkeit boten, die Reifenkanten ein weinig zu schleifen.
Es ging dann Richtung Memmingen über Krumbach, sehr oft gerade aus, aber immer öfters hügelig. Beim Tanken in Balzhausen, irgendwo in der Allgäuer Pampa, fragte ich nach einem Lokal. 300 Meter weiter entfernt durften wir leckere, frische, tolle Schweinhaxen mit echtem Kartoffelsalat mit Senfsoße und Gurke. Und eine Breze obendrein schnabulieren! Super! Die Portion überreichlich, der Preis inkl. einer Apfelschorle: 10,50 Euro. So macht es Spaß, Geld auszugeben. Danke Peter! Christian wird Dir in Zukunkft alle Deine Mutter mit Sicherungslack befestigen!

Da das Wetter eigentlich schön war, wollten wir weiterfahren. Der nächste Routenteil wurde bis nach Reutte eingegeben. Je mehr wir nach Süden kamen, desto schlimmer wurde es. In Oy-Mittelberg wurde es klar, dass wir naß werden würden. Auf die Espresso-Pause zu verzichten hätte auch nicht viel gebracht, sie war nach der reichlichen Schweinshaxe notwendig geworden. Der ausgesuchte Platz stellte sich als optimal heraus. Eigentlich haben wir schon dort auf der Wiese mit Bach feststellen können, dass sich der Himmel schnell mit drohenden Wolken füllte. Kobi war der Meinung, wir würden schneller als der Regen sein! Ich wäre für ein Heimfahren gewesen, Christian wollte sein Schicksal so hinnehmen, wie es kam und Peter wollte nicht vor 20 Uhr Heim, egal, was vom Himmel runterkommt. In der Nähe von Kempten sind wir aber umgekehrt. Und haben dann richtig erleben dürfen, wenn sich Regen und Sturm verbünden und die Feuchtigkeit zu Nässe durch die Funktionsfasern unserer Klamotten wird: Ist es ein Regen- oder ein Schweißtropfen, da unten im Lendenbereich? Und im rechten Schuh? Sind die teueren Daytona doch undicht?
Zuvor aber wurde die Mobilität der Herrschaften in einer Notsituation geprüft. Diese Situation war zum Brüllen. Leider konnte sie weder durch Fotos noch durch Film festgehalten werden. Kobi war am schnellsten in seiner Kombi. Wie hat er das bloß geschafft.? Ist mir ein Rätsel, da ich zuerst mit dem “Sichern” meines in Panik geratenen Sozius beschäftigt war. Dann habe ich das Kondömchen meines Tankrucksacks im Einsatz gebracht (allerdings ohne es zu “sichern”, was für reichliches Flattern die nächsten Kilometer gesorgt hat: gefährlich, gefährlich, man sollte zu Hause Trockenübungen machen, kann ich nur empfehlen!). Also zurück zum Kobi. Er konnte dem weiblichen Geschlecht beim Hineinschlüpfen in eine passende aber doch etwas knappen Regenhose behilflich sein. Die Schwierigkeit lag darin, dass unsere Klamotten schon naß waren und der PVC der Hose trotz Netzfutter partout nicht über die Motorradhose rutschen wollte. Also Neuzeit hilft Mittelalter. Und Mittelalter hilft Altertum. Keine Zeit für vorbereitende Gleichgewichtsübungen auf einem Bein! Irgendwie wurde der Regen doch mehr! Peter hatte sich doch dazu aufgerafft, auch seine Regenhose anzuziehen. Dicke Tropfen prasselten auf unsere nackten Häupter. Kobi, als Du die Hagelkörner erwähntest, meintest Du unsere Köpfe oder die Verkleidung Deiner Maschine? Die bloßen Hände waren naß, es war wirklich mühsam, die Handschuhe anzuziehen. Im Helm hat es im Nachhinein richtig gedampft! Die dunklen Visiere haben kaum Sicht zugelassen. Ausgeschlossen das feuchte Element in meinem Topcase Eintritt zu gewähren. Ich hatte es erst mit Antischimmel behandelt, weil eine Wasserflasche nicht 100%ig dicht gewesen ist… Bei dem Chaos sind natürlich keine Bilder gemacht worden. Christian hätte das ganze Schauspiel zuvor filmen wollen. Das muss ein Bild für Götter gewesen sein! Ricci hatte richtig Stress unter seinem Regenschutz. Durch sein Hecheln ist mindestens genauso viel Speichel aus seinem Maul rausgeflossen wie Regen vom Himmel. Er pennt jetzt tief und fest.
Die Rückfahrt war besser als die Hinfahrt, schon deswegen, weil die Strassen trockener wurden, bis wir endgültig das schlechte Wetter weit hinter uns am Himmel sehen konnte.
In Gauting haben wir ein Eis gegessen und  bei unserer Frau Ritzer ein Weißbier getrunken.

Doch, das war die Erfahrung wert… Vor allem diese Schweinshaxen werden in Erinnerung bleiben. Übrigens ist das Lokal so schön renoviert worden und der Biergarten so nett, dass es mir Wert ist, eine Empfehlung zu schreiben.

Christian bastelt an seinem Filmtrailer, kämpft mit asynchronen Spuren, äußert sich dementsprechend (den Wortlaut werde ich hier nicht widergeben) und droht mit ‘”Ich schmeiß alles hin, mog nimmer und geh ins Bett”, hier die mildere Variante seiner Äußerungen. Wenn ich jetzt nach dem Tourenbild frage, springt er mir an die Gurgel! Wollen wir doch diesen schönen Tag in Frieden beenden…

Hier erstmal die Bilder des Tages:

und noch die Route:

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