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Ciao Liguria

Zwei Monaten nach der letzten Meldung hier im Blog darf mich nicht gefragt werden, was alles so geschehen ist. Eines ist gewiss, ich habe gearbeitet, ein zweites ist auch gewiss, ich bin nicht Motorrad gefahren, weil mich meine Bonsai mehr/besser beschäftigt haben und weil ich nicht bei 34 Grad in der Gegend rumfahren will. Und ich war geschäftlich in Berlin, das weiß ich auch… noch!

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Nun bin ich aber wieder hier, in Ligurien, diesmal auch alleine, ohne Mann, ohne Kinder, ohne Hund, ohne Katze, ganz alleine mit meiner Arbeit und die meiner Mutter.

Meine Mutter ist das erste Mal im Sommer in Urlaub gefahren, dahin wo alle italienische Städter hinflüchten, um die erdrückende Hitze der Städte wie Turin, Novara, Mailand und der Po-Ebene zu entfliehen: Torre Pellice bei Pinerolo, in den Valdenser Tälern.
Und gleich 3 Wochen.

Ich vermisse niemand, ehrlich!

Seit dem ersten Tag beschäftige ich mich mit einem Karton, in dem meine Postkarten und Briefe gesammelt wurden. Sie sind schön sortiert worden, das habe ich irgendwann mal gemacht, mit Wolle sind sie chronologisch päckchenweise festgehalten, schon so, dass man sich nicht traut, sie aufzubinden.
Es sind Geburtstagskarten von meinen Großeltern aus Augsburg, ganz ganz dicht geschrieben, dass sie mir meine Mutter vorlesen hat müssen. Diese Schrift ist für heute immer noch schwer zu entziffern!
Es sind Briefe meiner Brieffreundinen aus Irland, meiner Schulfreunde aus Menton und Uni-Freunde aus Nizza, die es miterlebt haben, wie ich mich immer Richtung Norden bewegt habe. Als ich in München angekommen bin, hörte der Kontakt auf.
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Es sind alle Liebesbriefe meines Mannes da, der mir alle 2 Tage geschrieben hatte. Daß ich so häufig Briefe erhalten habe, hätte ich nicht gedacht! Aus heutiger Sicht! Uns trennten immerhin 3 Jahre lang mindestens 300 aber meistens 850 km! Hätte man damals Mails schon geschrieben, würde ich die ganze Geschichte kennen. So erfahre ich nur im Ansatz wieder, was ich damals unternommen habe.  Erinnern kann ich mich manchmal gar nicht!
Geht man wirklich so durchs Leben, ohne sein Tun wahrzunehmen? War es so unwichtig, dass es vom Gedächtnis gelöscht wurde? Es ging eigentlich um den Start ins Erwachsenenleben, keine Kleinigkeit, eigentlich… Existieren noch die Briefe an meine Freunde von damals? Man müsste fragen…
Meine Briefe an Christian, die mindestens so zahlreich auch sein mussten, sind vernichtet worden. Nicht, dass ich das bereue, nein, das tue ich nicht, wenn ich das schreibe, - ich war ja auch dabei, als es darum ging, ob sie mitgenommen werden sollten in die neue Wohnung in der Ruppertstrasse, denn diese werde ich auch vernichten, das weiß ich ganz gewiss. Christian will sie aber lesen, daher werden sie wieder den Weg nach München finden, nach über 30 Jahren.

In der ersten Woche, als ich hier war, ist meine Mutter jeden zweiten Tag fortgegangen, ab 19 Uhr. Egal wohin, Hauptsache raus, mindestens 3 Stunden: Promenade in Bordighera, Eisessen, Socca-Essen in Menton… Ihre Freundin Astrid ruft mich auch mindestens zweimal in der Woche an. Ich finde es nicht schlecht, ehrlich. So waren wir an einem Abend in Bordighera alta: Die Band Stygiens aus dem Piemont hat Occitanische Musik vorgeführt: Mittelalterliche Musik mal jazzig, mal house, mal rockig. Eine Gitarre, eine Geige, ein Akkordeon und ein Dudelsack: Mein lieber Scholli, haben die 4 Energien freigelassen. So hören sie sich an:

http://www.youtube.com/watch?v=YuTtSDMpriI&feature=related

Und so sahen sie aus:
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Interessiert sehen wir zu, wie Wassermelonen und Honigmelonen bei meinem Bruder wachsen. Die Samen waren im Kompost, den er einer Hecke, oder zumindest den Sträuchern, die sich später Hecken nennen werden, zugegeben hatte.Jetzt wachsen diese Kugeln die Mauer runter, hängen wie grüne Weihnachtskugeln.
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Ich hoffe, ich kann sie probieren! Ich freue mich schon darauf.

Die Zeit vergeht aber wie im Flug. In 10 Tage kommt meine Mutter wieder. Nach 3 Tagen fahre ich wieder zurück. Wahnsinn! Bestimmt erholt.

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